Was ist IDPA, IPSC und CMA

Was ist IDPA

IDPA (International Defense Pistol Association) wurde im Jahre 1996 mit Sitz in Bogata, Texas gegründet mit dem Ziel, einen Schiessverband mit Bezug auf simulierte reale Szenarien aufzubauen.
Der IDPA Verband definiert Regelwerke sowie Strukturen für einen sicheren Schiessbetrieb mit Wettkämpfen auf nationaler als auch internationaler Ebene.
Schützen, die sich der IDPA anschliessen oder Wettkämpfe bestreiten möchten, müssen eine entsprechende Mitgliedschaft lösen sowie die Vorgaben an Ausrüstung und ihre jährliche Schiess-Einstufung, den Classifier erfüllen.
In der Schweiz gibt es Stand 2023 zehn IDPA Vereine sowie etwa 250 lizenzierte Schützen, Tendenz zunehmend.
Wettkampfseitig werden Club Matches, eine Club Meisterschaft, sowie die Schweizermeisterschaft in den Kategorien PCC und Handgun organisiert und angeboten.
Ausgebildete und zertifizierte Safety Officer überwachen die Trainings sowie Wettkämpfe.
International gibt es IDPA Kontinental-Meisterschaften sowie die IDPA Weltmeisterschaft in den USA.

Im IDPA bestreitet der Schütze einen vordefinierten Parcours (Stage) mit dem Ziel, möglichst schnell alle Ziele in vorgegebener Abfolge zu treffen. Jeder Fehlschuss oder Missachtung von Abläufen wird mit Strafsekunden sanktioniert. Es gilt somit, unter Zeitdruck den Stage möglichst fehlerfrei zu bestreiten, es gibt nur einen Versuch. An einem Wettkampf werden mehrere solcher Stages bestritten und kein Szenario ist wie das andere, denn sowohl Abläufe wie auch Schusspositionen ändern sich stetig. Der Schütze mit der kleinsten Zeit und den wenigsten Strafsekunden gewinnt den Wettkampf.
Verschiedene Waffenkategorien oder auch spezielle Abläufe wie Low-Light Situationen machen diese Sportart abwechslungsreich und spannend. IDPA kann sowohl auf Aussenplätzen als auch in Schiesskellern betrieben werden.

Um Schützen im IDPA einzustufen, gibt es ein weltweit genormtes Testschiessen, den Classifier.
Entsprechend diesem Resultat wird der Schütze in eine der folgenden Niveaus eingestuft:

  • Master
  • Expert
  • Sharpshooter
  • Marksman
  • Novice

Mit laufendem Training und verbesserten Fertigkeiten kann der Level erhöht werden, bis der Master Status erreicht ist.

Waffenklassen / Divisionen

Im IDPA gibt es diverse Waffenklassen (Divisionen), in denen gestartet werden kann, auch Kombinationen innerhalb eines Stages sind möglich.
Jede Division hat ihre Besonderheiten, aber generell kann eine grosse Vielfalt an verschiedenenen Pistolen, Revolver oder Gewehre im Pistolen-Kaliber (PCC) eingesetzt werden.
Die Mehrheit der Schützen startet in der SSP, ESP oder CO Division.

Die IDPA Lizenz

Jeder interessierte Schütze kann für einen Betrag von 50$/Jahr beim IDPA Verband eine weltweit gültige Lizenz bestellen.
Diese Lizenz berechtigt den Schützen an der Teilnahme von IDPA Wettkämpfen weltweit und via seinem Verbands Account werden seine Ergebnisse wie Classifier oder Match Resultate dokumentiert. Bei guten Wettkampf Leistungen werden Punkte vergeben, die ab einer gewissen Zahl zu einer Startplatz-Berechtigung an der WM in den USA führen.

Weitere Infos zu IDPA

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Was ist IPSC

Die International Practical Shooting Confederation (IPSC) ist ein in Schweden registrierter internationaler Dachverband mit Sitz auf Mallorca und Träger der gleichnamigen Schiesssportdisziplin „Schiesssport nach IPSC"

IPSC wurde im Mai 1976 auf der International Pistol Conference in Columbia (Missouri) gegründet. Der US-amerikanische Soldat Jeff Cooper trug wesentlich zur Etablierung der Disziplin bei und wurde erster IPSC-Präsident.

Dachverbände für das IPSC-Schiessen gibt es (Stand Juni 2021) in 105 Ländern. Nach eigenen Angaben werden jährlich mehr als 350 internationale Wettkämpfe durchgeführt, dabei liegen die Teilnehmerzahlen bei bis zu 1000 Personen pro Wettkampf. 

In der Schweiz ist IPSC unter dem Schirm des nationalen Verbandes SVDS (Schweizer Verband dynamisches Schiessen) organisiert.
Der SVDS ist seit 2020 Mitglied im Schweizerischen Schiesssportverband SSV.
Die Schweiz hat einige Europa- und auch Weltmeister in verschiedenen Waffenklassen unter ihren IPSC Schützen.
IPSC ist seit 2021 GAISF annerkannt und somit wie z.B. Hockey, Tennis oder Fussball international als Sportart annerkannt.

Im IPSC betreitet der Schütze einen vorgegebenen Stage auf Zeit - es gibt nur einen Versuch. Für die Wertung wird der sogenannte Score bestimmt, der nach der Formel "Treffer geteilt durch die Zeit" ermittelt wird. Je schneller und genauer somit ein Schütze den Stage bestreiten kann, desto höher ist der erzielte Score und somit die vergebenen Punkte.
In einem Match werden mehrere solcher Stages absolviert und die erhaltenen Punkte zusammengezählt.
Die Parcours sind mit verschiedenen Zielen bestückt, hauptsächlich werden Papier Ziele beschossen, es können aber auch Stahlziele, bewegliche Ziele wie Schwinger, Mover, Twister oder Bear-Traps sowie Non-Shoot Scheiben eingesetzt werden, was die Stage-Designs sehr individuell macht. Ein IPSC Stage wird in sogenannte Short, Medium oder Long-Courses eingeteilt; ein Short-Course hat max. 8 Schuss, ein Medium-Course bis 16 Schuss und ein Long-Course bis zu 32 Schuss.
Ein guter IPSC Schütze ist in der Lage, unter Zeitdruck trotzdem genau zu treffen und dies aus verschiedenen Schusspositionen und Distanzen.

Die Faszination in dieser Sportart liegt darin, dass jeder Stage einmalig ist und diverse Schiess-Fertigkeiten angeeignet werden müssen. Distanzen zwischen 1-50m mit der Pistole oder 50-500m mit dem Gewehr sind keine Seltenheit und somit ist ein guter Mix aus Präzision und Schnelligkeit notwendig. Es existieren diverse Waffen-Klassen und so kann der Schütze z.B. mit der Pistole, dem Revolver, dem Gewehr oder mit der Flinte Wettkämpfe bestreiten.

Ein guter IPSC Schütze benötigt eine Mischung aus Präzision, Kraft und Schnelligkeit und darum ist das Motto des IPSC "DVC" - gebildet als Kürzel aus den lateinischen Worten Diligentia (Präzision), Vis (Kraft), Celeritas (Schnelligkeit).

IPSC wird von diversen Kreisen als "Formel-1" im Schiesssport bezeichnet.

Jedoch - Nur schnell zu sein bringt den Schützen weder in IDPA noch im IPSC zum Sieg und unser SSVW Motto lautet darum:
"Schnell schiessen kann jeder, schnell schiessen und treffen jedoch ist hohe Kunst"

Die IPSC Lizenz

Der SSVW ist Mitglied beim Schweizerischen Verband dynamisches Schiessen (SVDS) und damit kann jedem interessierten Mitglied der Sektion eine IPSC Lizenz ausgestellt werden. Die Kosten für die Lizenz beträgt Fr. 25.- / Jahr. Die SVDS Lizenz berechtigt zum Start an nationalen und internationalen IPSC Wettkämpfen. Ab Level IV und V Wettbewerben (Europa- und Weltmeisterschaften) muss eine Qualifikation durch den Verband erfolgen.

Weitere Infos zu IPSC

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Waffenklassen / Divisionen

Auch im IPSC gibt es verschiedene Waffenklassen (Divisions) in welchen die Schützen starten können:

Production Division:
Dies ist die verbreiteste Division mit Pistolen im 9mm Kaliber, Kimme/Korn Visier und 15 Schuss im Magazin. Hier werden Pistolen "out of the box" eingesetzt und es sind fast keine Modifikationen erlaubt. Gerne eingesetzte Modelle sind z.B. die Glock 17, CZ Shadow 2, Phoenix Redback, Walther PDP/Q5, die M&P von S&W, die Tanfoglio Stock I/II/III oder Modelle von Beretta - aber auch moderne und neue Ausführungen wie z.B. die Alien von Laugo Arms.
Der Verband prüft die einzelnen Modelle und fasst diese in einer Liste zusammen.
Die zugelassenen Modelle sind in der Production List vom IPSC Verband aufgelistet.

Production Optics Division:
Dies ist die gleiche Kategorie wie Production, jedoch sind hier Rotpunkt Visiere erlaubt. Diese Division ist vor allem bei älteren Schützen ein Thema, wenn die Augen nachlassen und das Zielen über Kimme/Korn schwieriger wird. Viele Hersteller bieten ihre Modelle mittlerweile als "Optic ready" an, diese können sehr einfach von Kimme/Korn auf ein Rotpunkt umgestellt werden.

Standard Division:
In der Standard Division ist bereits mehr erlaubt wie Magwell, dedizierter Daumenauflage oder längeren Magazinen, die Waffe muss jedoch in eine Testbox mit definierten Massen passen.
Betreffend Munition wird zwischen Minor und Major Wertung unterschieden - der stärkere Rückstoss der Major Kaliber ist schwieriger zu handhaben und wird darum mit einer besseren Wertung belohnt. Viele Schützen schiessen in dieser Division mit .40 Kaliber und Major Wertung, andere mit der schwächeren 9mm Para und Minor Wertung.

Open Division:
In der Open Division sind viele Modifikationen erlaubt und somit sieht man entsprechende "Race-Guns" mit Kompensatoren, Rotpunkt Visieren getunten Abzügen und langen Magazinen bis 170mm Länge. Dies ist die schnellste Division von IPSC die mit hohem Power Faktor bestritten wird, entsprechend schiessen die Schützen 9x21, .38 SuperAuto oder 9x19 Kaliber mit selber geladener Munition.

Revolver Division
In der Revolver Division wird ab 9mm Kaliber geschossen und hier haben sich 8 Schuss Modelle im 9mm Kaliber durchgesetzt, die mit Moonclips geladen werden um die Manipulationen schneller durchführen zu können. Speed-Loader oder Jet-Loader haben es im Wettkampfbereich schwer gegen Moonclips, da der Ladevorgang deutlich länger dauert als mit Clips.

Classic Division
In der Classic Division, eingeführt 2012, werden Pistolen mit "single-Stack" (Einreihigen) Magazinen ab 9mm Kaliber und offenem Visier verwendet. Hier werden typischerweise die 1911 Modelle eingesetzt.

PCC Division
Die PCC (Pistol Caliber Carbine) Division hat seit einigen Jahren stetigen Zuwachs erhalten, denn mit ihrem 9mm Kaliber können diese Gewehre in jedem Schiesskeller eingesetzt werden und die Munition ist deutlich günstiger als das entsprechende .223 Gewehr Kaliber. Hier findet man entweder AR15, MP5 oder AK Systeme.

Rifle Division
In der Rifle Division wird hauptsächlich das .223 ("GP90") Kaliber mit optischen Zielhilfen wie Zielfernrohren und Rotpunkt eingesetzt, die Schussdistanzen variieren zwischen 50-500m. Die Rifle Division ist in der Schweiz aufgrund von mangelnden Trainingsmöglichkeiten leider nur sehr limitiert machbar. Sehr beliebt sind hier AR15 Systeme, da dies eine günstige Plattform darstellt und es sehr viel Zubehör und Tuning-Teile zu diesen Gewehren gibt.

Shotgun Division
Wettkämpfe schiessen mit Kaliber 12 Flinten, geht das überhaupt ? Ja, das geht - und sogar sehr gut. Mit diesen Flinten können im dynamischen Schiesssport sehr spannende Wettbewerbe ausgetragen werden und je nach Kategorie muss die Ladetechnik sehr ausgiebig geübt werden.
Geschossen wird hier je nach Kategorie entweder mit Pump- oder halbautomatischen Flinten.

Action Air
Im Action Air werden IPSC Disziplinen mit Airsoft Waffen absolviert.
Der Vorteil ist, das ein Einstieg in diese IPSC Disziplin günstig ist und die Wettkämpfe z.B. in Turnhallen durchgeführt werden können.
Der SSVW bietet diese Kategorie jedoch nicht an.

KK-IPSC
Zur deutschen Meisterschaft 2008 wurde für Deutschland ein zusätzliches vorübergehendes Regelwerk für Kleinkaliber-IPSC geschaffen, das sich in Standard- und Open-Division gliedert. In beiden Divisions wurde vorerst eine Magazinkapazität von maximal 10 Patronen festgelegt. Da die Teilnehmerzahlen in den KK-Disziplinen bisher unter den Erwartungen liegen, und die Disziplinen kaum von Junioren, sondern hauptsächlich von erfahrenen Schützen mit größeren Kalibern genutzt werden, ist die Zukunft des KK-IPSC unter den IPSC-Schützen umstritten. International gibt es kein KK-IPSC.
Der SSVW bietet diese Kategorie nicht an, aber natürlich könnten mit den IPSC KK Pistolen im normalen 25/50m Stand statisch geschossen werden. Als Vertreter einer entsprechenden IPSC Pistole sei die X-Esse IPSC von Hämmerli erwähnt.


Was ist CMA

Competitive Marksman Action ist ein dynamischer Schiesssport aus der Schweiz, der im Juni 2023 von einer Gruppe um Andreas Pfenninger vorgestellt wurde. Die neue Sportart kann als Kombination von IPSC und IDPA Elementen mit einer eigenen Scheibe bezeichnet werden.
Die Wertung ist an IDPA angelehnt, die Abläufe in den Stages erinnert an IPSC mit IDPA Elementen, so gibt es z.B. Low-Light stages, jedoch keine tactical Priority der Ziele oder auch kein Concealment mehr. Auch typische "amerikanische IDPA Limitationen" wie max. 18m Laufdistanz oder Kniend/Liegend nur als letzte Position wurden abgeschafft und auf eine sportlichere und schnellere Ausrichtung (analog IPSC) Wert gelegt.

Wie IDPA kennt CMA einen Skill Test und die entsprechenden Einstufung des Schützen nach Resultat.
Der Skill-Test wird alle 12 Monate wiederholt und der Schütze in folgende Kategorien eingestuft:

  • Master
  • Expert
  • Advanced
  • Marksman
  • Rookie

Es gibt verschiedene Waffenklassen wie "Duty, Duty Optic" sowie "Sport und Sport Optic" Handgun-Divisions, später sollen auch noch PCC sowie Rifle Kategorien folgen.
Leider sind aufgrund des aktuellen Rulebooks zurzeit (Version 1.0, 2023) viele weit verbreitete Pistolen-Modelle wie die CZ Shadow 1 & 2, Phoenix Redback oder Tanfoglio Stock 1-3 für CMA nicht zugelassen, da sie entweder zu schwer sind (Limite 1'300 Gramm) oder aber keine Fallsicherung (Zündstiftsicherung) aufweisen.

Die aktuellen Rulebooks sowie Informationen finden sich auf der CMA Homepage.

Seitens SSVW Sektion-Leitung verfolgen wir CMA und haben auch einen CMA SO in unseren Reihen, jedoch trainieren wir diese Sportart zurzeit nicht aktiv. Die geforderten Schiessfertigkeiten decken sich mit Elementen von IPSC & IDPA.
Unserer Meinung nach können somit Schützen mit IPSC und IDPA Erfahrung problemlos auch CMA Wettbewerbe bestreiten und wir wollen und nicht allzusehr verzetteln.
Nach Wunsch der Teilnehmer bauen wir jedoch CMA in unsere Trainings ein und führen den Skill-Test durch, eine CMA Lizenz kann jeder Schütze für sich selber via der oben erwähnten Homepage lösen.

SSVW Schützen können jedoch jederzeit an CMA Wettkämpfen teilnehmen, diese Matches zählen jedoch nicht zur Jahresmeisterschaft.

September 2023 - D. Girardet